Windjahr 2016: Extrem niedriges Windaufkommen - Stellungnahmen der Anbieter von Windbeteiligungen

3. Februar 2017 - Veröffentlichung von ECOreporter.de: 2016 war ein schlechtes Windjahr – vielleicht das schlechteste seit 20 Jahren. "Die ansonsten starken Herbst- und Wintermonate wiesen gemäßigte Temperaturen auf und trugen so maßgeblich zu einem unterdurchschnittlichen Jahresergebnis bei", sagt Ottmar Heinen, Geschäftsführer der Lacuna AG aus Regenburg.

Antizyklisch in Windkraft investieren - gute Einstiegsmöglichkeit nach schlechten Windjahren

Für Anleger, die in Windkraftanlagen investieren wollen, müssen schlechte Winderträge in den Jahren zuvor hingegen nicht unbedingt negativ sein: Manche Geldanlagen profitieren auch davon, dass nach solchen Jahren Anteile an laufenden Windparks günstiger erhältlich sind. Zudem werden Beteiligungen an laufenden Projekten anhand der realen Erträge bemessen - kalkuliert man beim Einkauf mit niedrigeren Erträgen, so bleiben langfristig Chancen, wenn wieder stärkere Windjahre auftreten. Aktuelle Beteiligungen: 

 

Optimierungen durch gute Technik und Kostensenkungen nötig

Windpark Hochfranken der Lacuna aus Regensburg

Gerade in schwachen Windjahren sollte besonders darauf geachtet werden, dass die Anlagen in einem technisch einwandfreien Zustand gehalten werden. So sei sichergestellt, dass man das komplette vorhandene Windpotential ausnutzen kann. Auch bei der laufend überprüften Kostenstruktur konnte man noch die "ein oder andere Stellschraube positiv beeinflussen", erklärt Lacuna-Geschäftsführer Heinen. In einem Durchschnittswindjahr hätten fast alle Windparks die Prognose erreicht oder sogar übertroffen, so dass man über alle Windparks hinweg betrachtet ziemlich genau im Plan liege.

Windkraftfonds stark betroffen – Risikostreuung und Repowering helfen

Die geringen Winderträge sind ungünstig für Fonds, die schwerpunktmäßig auf Windkraftanlagen setzen. Starke Schwankungen haben einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Ergebnisse der Windparkgesellschaften. Dennoch werden die Zweitmarktfonds der Ökorenta aus Aurich im Durchschnitt ca. 10 Prozent an ihre Anleger auszahlen können, sagte Ingo Löchte, Vorstand Fondmanagement. Ein oder zwei schlechte Windjahre können die Fonds verkraften – "aber im Durchschnitt sollten die Windparks die Winderlöse der letzten 15 Jahre schaffen“, sagte Christian Averbeck, Vorstand Finanzen bei Ökorenta. Um das Risiko zu streuen, sind die Portfolios breit aufgestellt mit unterschiedlichen Windpark-Standorten in ganz Deutschland.  "Auch durch Repoweringmaßnahmen können zusätzliche Erträge durch längere Laufzeiten erzielt werden", erklärte Averbeck.

Windparks aufgrund niedrigen Windangebots 2016 deutlich unter Plan

Repowering-Windpark Sustrum von der Ökorenta aus Aurich

Auch die Windwärts Energie GmbH aus Hannover bezeichnet das Windjahr als "nicht gut". "Die Betriebsergebnisse der Kommanditgesellschaften, deren Geschäftsführung wir innehaben, zeigen, dass im Durchschnitt nur 77,2 Prozent der prognostizierten Erträge erreicht wurden", erklärt Windwärts-Sprecher Dr. Stefan Dietrich gegenüber ECOreporter.de. Bis auf wenige Ausnahmen lagen die Ausschüttungen aufgrund des niedrigen Windangebots 2016 unter dem Plan, so Dietrich.

Auf den Gesamtzeitraum bezogen seien die Auswirkungen eines einzelnen schlechten Windjahrs allerdings gering. "Die Projekte werden innerhalb der prognostizierten Gesamtlaufzeit von 20 Jahren eine nennenswerte Verzinsung des von den Kommanditisten eingesetzten Kapitals erwirtschaften, wobei es eine gewisse Bandbreite bei den Ergebnissen gibt. Insgesamt können unsere Gesellschafter einen positiven Geschäftsverlauf erwarten."

Quelle: ECOreporter.de 

 

WPD: "schwächstes Jahr, seit wir Windkraftanlagen betreiben"

Ähnlich wie die anderen Windkraft-Emissionshäuser beschreibt Carsten Meyer, Geschäftsführer von wpd Windmanagement aus Bremen, das Windjahr 2016: "Es war das schwächste Jahr, seit wir Windkraftanlagen betreiben. Deswegen liegen die Projekte nicht im Plan."

Auf die rund 200 Windprojekte und die Fonds habe das aber extrem unterschiedliche Auswirkungen – je nach Alter des Projekts. Um das Jahr 2000 errichtete Windprojekte kalkulierten noch mit optimistischeren Winderträgen: Entsprechend hätten sie nur zwischen 60 und 80 Prozent der in den Windgutachten errechneten Prognose erreicht. "Bei neueren Projekten ist man deutlich zurückhaltender geworden", erklärt Meyer.