21. Jan. 2014: Stellungnahme zur geplanten EEG-Novelle: Gabriel macht entscheidende Fehler

EUROSOLAR und Grüne Sachwerte für eine dezentrale Bürgerenergiewende


„Der unverzügliche Wechsel zu Erneuerbaren Energien ist keine Last,
sondern die größte greifbare soziale und wirtschaftliche Zukunftschance“
Dr. Hermann Scheer (1944 - 2010), Träger des alternativen Nobelpreises und Vordenker der Erneuerbaren Energien Branche.


Die aktuell von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel vorgelegten "EEG-Eckpunkte" erhalten viel Kritik und Gegenwind von Seiten der Umwelt- und Erneuerbaren-Energie-Branche, der Grünen und Teilen der SPD - Lob hingegen kommt von Seiten der Industrie und Teilen der Union. Michael Horling, Gründer von Grüne Sachwerte und Verfechter einer starken Bürgerenergiewende, sieht in Gabriels Vorschlägen die große Gefahr, dass die Energiewende abgewürgt und künstlich verteuert wird: "Windkraft an Land sowie die Photovoltaik sind langfristige Garanten einer günstigen und ökologischen Energieversorgung, und gerade diese Bereiche werden demontiert," so Horling verständnislos.

EUROSOLAR veröffentlicht MEMORANDUM zu den "EEG-Eckpunkten"

Zu den sogenannten EEG-Eckpunkten von Sigmar Gabriel hat EUROSOLAR aktuell ein Memorandum vorgelegt, das Grüne Sachwerte als sehr sachgerecht und zielführend erachtet. Darin unterstreicht die gemeinnützige Europäische Vereinigung für Erneuerbare Energien, dass nicht das EEG oder die erneuerbaren Energien die Kostentreiber sind, sondern vielmehr das überkommene Energiesystem mit seinen marktbeherrschenden Großkonzernen und der an den Interessen der Kohle- und Atomkraftwerksbetreiber ausgerichteten Struktur. „Die Vorstellung von einer „Marktintegration der erneuerbaren Energien“ ist vor dem Hintergrund der Strukturen des bestehenden Pseudomarktes völlig absurd“, so Dr. Axel Berg, Vorsitzender der Deutschen Sektion von EUROSOLAR, „zumal Kohle- und Atomenergie seit Jahrzehnten mit dreistelligen Milliardenbeträgen subventioniert worden sind.“

Download MEMORANDUM zu den Eckpunkten für eine EEG-Novelle (EEG 2015)

Quelle: EUROSOLAR e.V., Grüne Sachwerte e.K.

 

Großer Koalition fehlt klarer Kurs in der Energiepolitik

Klarer Kurs fehlt: In einer Analyse des Koalitionsvertrags bemängelt EUROSOLAR , dass die Große Koalition noch keinen klaren Kurs in der Energiepolitik eingeschlagen hat. „Der Koalitionsvertrag beruht an vielen Stellen auf falschen Annahmen und ist widersprüchlich“, erklärt Dr. Axel Berg  als Vorsitzender von EUROSOLAR Deutschland . Der wesentliche Fehler des Koalitionsvertrags bestehe in der Annahme, es wäre der Zubau dezentraler Erneuerbarer Energien gewesen, der mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) eine Kostendynamik ausgelöst hätte. „Die tatsächlichen Energiekostentreiber, Heizöl und Autokraftstoff werden jedoch im Koalitionsvertrag gar nicht als solche angesprochen", so Berg.

Koalitionsvertrag verschweigt Kosten fossiler Energieträger

Auch tatsächliche Fehlentwicklungen im EEG, insbesondere der teure und zu Fehlallokationen führende Wälzungsmechanismus, der allein rund 1 ct/kWh der EEG-Umlage ausmacht, würden im Koalitionsvertrag verschwiegen. „Und während auch im Koalitionsvertrag nie von den immensen Kosten der hochsubventionierten Atom- und Kohlekraftnutzung gesprochen wird, sind Photovoltaik und Windkraft im Binnenland heute schon preisgünstige Technologien, deren zügiger Ausbau eine bezahlbare und sichere Energieversorgung der Zukunft schafft“, so Berg.

Ausführliche Analyse des Koalitionsvertrages von EUROSOLAR

Quelle: EUROSOLAR