Kohlekommission nimmt ihre Arbeit auf: Grüne Sachwerte sagt "Stop Kohle!"

Arme Umwelt: Deutsches Braunkohlekraftwerk Jänschwalde
Deutsches Braunkohlekraftwerk Jänschwalde, mit einem CO2-Ausstoß von 25,40 Mio. Tonnen pro Jahr das viertschädlichste Kraftwerk in ganz Europa.

Neben dem Atomausstieg ist in den letzten Jahren parallel auch der nötige Ausstieg aus der energetischen Nutzung der Kohlekraft in den Fokus von Umweltschützern und zunehmend auch Unternehmen und Politik gerückt. „Der verschleppte Kohleausstieg ruiniert Deutschlands Klimabilanz und bremst die Modernisierung unseres Energiesystems hin zu Solar und Windkraft“, sagte Greenpeace-Sprecher Christoph von Lieven.

Kohlekommission soll Ausstiegspfad noch dieses Jahr erarbeiten

Der vom Bundeskabinett kürzlich verabschiedete Einsetzungsbeschluss für die Kommission sieht vor, dass das Gremium „bereits Ende Oktober“ Empfehlungen für „Maßnahmen zur sozialen und strukturpolitischen Entwicklung der Braunkohleregionen sowie zu ihrer finanziellen Absicherung“ vorlegt. Den klima- und energiewirtschaftlichen Teil ihrer Arbeit soll die Kommission noch vor der nächsten UN-Klimakonferenz, die am 3. Dezember im polnischen Kattowitz beginnt, vorlegen.

Grüne fordern rasche Stilllegung von Kohlekraftwerken

Die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock forderte die Kommission auf, dem Bundestag „zeitnah Vorschläge zu präsentieren, wie der Kohleausstieg zügig und sozialverträglich gestaltet werden kann und Zukunftsperspektiven für die Regionen entwickelt werden können“. Nach Überzeugung der Grünen muss die Kohlekommission dafür sorgen, dass es möglichst rasch zur Stilllegung von Kohlekraftwerken kommt. „Das nützt nicht nur dem Klima, sondern sorgt dafür, dass es am Ende des Ausstiegs nicht zu Strukturbrüchen in den Regionen kommt“, sagte Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer. „Die Kommission muss bis zum Jahresende den Weg in den Kohleausstieg weisen, mit einer klaren Perspektive für den Klimaschutz und die Kohleregionen.“ 

Braunkohle-Ausstieg könnte jährlich fast 28 Milliarden Euro einsparen

Menschenkette gegen Atom, Hamburg 2010
Bild der Anti-Atom-Menschenkette in Hamburg, 2010: Hunderttausend Menschen demonstrierten wirkungsvoll - alte AKW werden der Reihe nach bis 2022 abgeschaltet. Wann sind die alten Braunkohlekraftwerke an der Reihe?

Durch einen schnellen Braunkohleausstieg in Deutschland ließen sich jährlich 27,9 Milliarden Euro für Schäden und Zusatzkosten vermeiden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) im Auftrag des Ökoenergieanbieters Greenpeace Energy. Für die Untersuchung haben die Experten des FÖS neben den Stromgestehungskosten auch die Kosten erfasst, die durch Klima- und Gesundheitsschäden sowie durch Subventionen und staatliche Vergünstigungen entstehen. „Die Studie entlarvt die angeblich so billige Braunkohle als eine der teuersten Formen der Stromerzeugung überhaupt“, kommentiert Janne Andresen von Greenpeace Energy.

Braunkohleverstromung durch enorme Klima- und Gesundheitsschäden mit hohen Folgekosten

„Die Stromproduktion in Braunkohlekraftwerken ist zwar für sich betrachtet noch recht günstig“, erläutert Rupert Wronski vom FÖS. „Erneuerbare Energien aus Wasser, Wind und Sonne sind inzwischen jedoch beim gleichen Preisniveau angelangt. Vor allem aber zieht die Braunkohleverstromung enorme klima- und gesundheitsschädliche Folgekosten nach sich.“ Den Löwenanteil machen dabei die Klimaschäden aus, die sich laut FÖS auf 23,2 Milliarden Euro jährlich belaufen.

Durch die Braunkohle verursachte Gesundheitsschäden kosteten die Bürgerinnen und Bürger circa 3,1 Milliarden Euro. Braunkohle setzt erhebliche Mengen an Schadstoffen wie Quecksilber, Feinstaub und Stickoxid frei. Sie können Atemwegs-, HerzKreislauf- sowie neurologische Erkrankungen wie Alzheimer verursachen. Subventionen und staatliche Vergünstigungen für die Braunkohle schlagen mit circa zwei Milliarden Euro jährlich zu Buche. Noch einige Fakten zur Nutzung der Kohle für die Energieversorgung:

  • Kohlekraft zerstört das Weltklima: Vor allem durch die Kohleverstromung ist Nordrhein-Westfalen für ein Drittel der deutschen CO2-Emissionen verantwortlich.

  • Kohlekraft zerstört ganze Dörfer und Landschaften: RWE will allein für Garzweiler II noch weitere 3.000 Menschen in 12 Dörfern und Weilern gegen ihren Willen umsiedeln. Menschen werden heimatlos, Kirchen gesprengt, Friedhöfe abgebaggert.

  • Kohlekraft gefährdet die Gesundheit mit Quecksilber, Arsen und Feinstaub aus den Schloten der Kraftwerke.

  • Kohlekraft ist auch kein Jobmotor (wie von den Gewerkschaften teils behauptet), denn die Branche der Erneuerbaren Energien schafft deutlich mehr und zukunftsfähigere Jobs, als in der Kohlebranche unweigerlich verloren gehen werden (Ergänzung von Grüne Sachwerte)

Quellen: Handelsblatt.com, TAZ.de, FÖS.de, Grüne Sachwerte

 

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Auch bei der "Stop Kohle" Demonstration in Berlin am 24. Juni war Michael Horling als Gründer und Geschäftsführer von Grüne Sachwerte mit dabei. Der Einsatz für einen raschen Kohleausstieg ist eines der Kernanliegen des Bremers, der seit 2004 in der grünen Finanzbranche tätig ist.

Grüne Sachwerte ist ein aktives Unternehmen: Für unsere Kunden und Geschäftspartner aber auch aus unserer eigenen Lust heraus auf Erneuerbare Energie und Umwelt, gehen wir oft und gern an die Orte des Geschehens.

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