25. August 2014: Klimabilanz 2013 – weltweiter CO²-Ausstoß erreicht Rekordhoch

Klimabilanz 2013: CO²-Ausstoß auch 2013 stark gestiegen
CO²-Ausstoß auch 2013 stark angestiegen - Deutschland ist größter Emittent von Treibhausgasen in Europa

Der globale Kohlendioxid-Ausstoß steigt nach wie vor stark an und eine Trendwende beim internationalen Klimaschutz ist noch nicht in Sicht. Mit 35,1 Mrd. t wurden weltweit, trotz vermehrter Investitionen in Erneuerbare Energien, rund 670 Mio. Tonnen Kohlendioxid mehr aus fossilen Energieträgern in die Atmosphäre emittiert als im Vorjahr (2012: rd. 34,4 Mrd. t), wie das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) in Münster mitteilte. Diese traurige und gleichzeitig alarmierende Entwicklung untermauert das IWR-Trendszenario aus dem Jahr 2012, wonach die weltweiten Emissionen von CO² als einem der wichtigsten Treibhausgase auf über 40 Mrd. t bis 2020 zunehmen könnten (1990: 22 Mrd.). 

 

Emissionsanstieg auch in Deutschland: Anstieg der Kohleverstromung

In Deutschland sind die Treibhausgasemissionen das zweite Jahr in Folge gestiegen. Kraftwerke, Autos und Industrieprozesse stießen 2013 rund 951 Millionen Tonnen an klimaschädlichen Treibhausgasen wie CO² in die Atmosphäre, fast 12 Millionen Tonnen mehr als 2012.

Ein Hauptgrund hierfür ist laut Berechnungen des Umweltamtes, dass im Sektor der Stromerzeugung mehr Steinkohle verbrannt wurde und witterungsbedingt beim Beheizen von Häusern und Wohnungen mehr Öl und Gas zum Einsatz kamen. Thomas Holzmann, Vizepräsident des Umweltbundesamtes: "Dass sich der Trend zur Kohleverstromung im Jahr 2013 noch verstärkt hat, erfüllt uns mit Sorge. Hält das an, wird es kaum möglich sein, das Klimaschutzziel der Bundesregierung für das Jahr 2020 zu erreichen."

 

Ökostrom ersetzt bislang Atomstrom – Ausbau dringend nötig

Sie müssen Atom- und Kohlestrom ersetzen: Zwei Windkraftanlagen von Vestas und Enercon
Müssen Atom- und Kohlestrom ersetzen: Windkraftanlagen und die weiteren Erneuerbaren Energien

Der Klimawandel drängt, und auch Deutschlands Treibhausgasbilanz als größter Emittent europaweit muss dringend signifikant sinken. Die Förderung und der Ausbau der Erneuerbaren Energien haben bislang überwiegend den durch den Atomausstieg wegfallenden Atomstrom ersetzt: Die Erneuerbaren Energien lieferten im Jahr 2013 rund 147 Terawattstunden (TWh), im Jahr 2000 waren es 32,6 TWh. Beim Atomstrom hingegen sank zwischen 2000 und 2013 die Produktion von rund 170 Milliarden Kilowattstunden auf etwa 97 Milliarden kWh.

Beim dringend notwendigen weiteren Ausbau der inzwischen sehr kostengünstigen Erneuerbaren Energien müssten nun sukzessive auch die ältesten und klimaschädlichsten Kohlekraftwerke vom Netz genommen werden, um schnelle Erfolge für das Klima zu erzielen. Holzmann: "Wir sind gut beraten, die Erneuerbaren Energien weiter zügig auszubauen. Bei der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes sollten wir sicherstellen, dass die festgelegten Ausbauziele für die Erneuerbaren Energien erreicht werden können - vor allem bei der Windenergie an Land und der Photovoltaik. Gleichzeitig brauchen wir einen Umbau des fossilen Kraftwerksparks hin zu flexibleren und weniger CO2-intensiven Kapazitäten."

Quellen: IWR, Umweltbundesamt, Grüne Sachwerte

 

Emissionsranking 2013: China Spitze, Deutschland sechster

Das CO²-Länderranking 2013 führt China mit 9,5 Mrd. Tonnen zwar deutlich an, dies ist aber auch eine Folge der Verlagerung der Produktion aus westlichen Industriestaaten in das bevölkerungsreichste Land der Welt.

 

  1. China, 9,5 Mrd. Tonnen CO² (2012 – 9,1 Mrd. t)
  2. USA, 5,9 Mrd. t (2012: 5,8 Mrd. t)
  3. Indien, 1,9 Mrd. t (2012: 1,8 Mrd. t)
  4. Russland, 1,7 Mrd. t (2012: 1,7 Mrd. t)
  5. Japan, 1,4 Mrd. t (2012: 1,4 Mrd. t)
  6. Deutschland, 0,84 Mrd. t (2012: 0,82 Mrd. t)

Das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien hat dabei die energiebedingten CO²-Emissionen für 65 Länder berechnet

Quelle: IWR, Grüne Sachwerte