15. August 2013: Erfolg der Erneuerbaren Energien: RWE schaltet konventionelle Kraftwerke ab, Rekorde bei Solarstrom

Erfolg der Erneuerbaren Energien wird sichtbar: RWE muss konventionelle Kraftwerke abschalten
Erfolg der Erneuerbaren Energien wird sichtbar: RWE muss konventionelle Kraftwerke abschalten, Spitzenlaststrom wird teils günstiger als Grundlaststrom. Neue Solarparks produzieren Ökostrom günstiger als neue Atomkraftwerke.

Erfolg der Erneuerbaren Energien: RWE, zweitgröster deutscher Energiekonzern, hat seine Abschaltungspläne für konventionelle Kraftwerke konkretisiert. Insgesamt würden Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von 3.100 Megawatt in Deutschland und den Niederlanden vom Markt genommen, schreibt RWE in einer aktuellen Pressemitteilung zur Halbjahresbilanz. Als Begründung wird angegeben, der Unternehmensbereich "konventionelle Stromerzeugung" habe "angesichts des ungebrochenen Solarbooms" im ersten Halbjahr 2013 fast zwei Drittel des operativen Ergebnisses eingebüßt.

Ein Großteil der Photovoltaikanlagen in Deutschland sind im Besitz von Landwirten und Privatanlegern.

Aktuelle Angebote zur Bürgerbeteiligung an Solarparks

Abschaltung von Kohle- und Gaskraftwerken


Die Abschaltpläne sehen vor, das Steinkohlekraftwerk "Amer" in den Niederlanden mit einer Leistung von 610 Megawatt im ersten Quartal 2016 komplett still zu legen. Langfristig konserviert werden zudem insgesamt sieben Gaskraftwerke mit 1.765 Megawatt Leistung. Zwei weitere Gasanlagen mit 720 Megawatt Leistung sollen über die Sommermonate stillgelegt werden. Während Umweltschützer die Abschaltung der Kohlekraftwerke befürworten, ist die Abschaltung der Gaskraftwerke kritisch zu betrachten - flexible Gaskraftwerke können die schwankenden Einspeisungen von Wind- und Solarenergie am besten ausgleichen und haben eine bessere Klimabilanz als Kohlekraftwerke.

Weitere Kohlekraftwerke auf dem Prüfstand

Weiterhin kündigte RWE an, es würden im nächsten und übernächsten Jahr laufende Verträge mit Steinkohlekraftwerken über rund 1.170 Megawatt beendet werden sowie weitere Kohlekraftwerke auf den Prüfstand gestellt. RWE verfügt zwar laut eigener Angaben über rund 2,8 Gigawatt an Ökostrom-Erzeugungskapazitäten, die Photovoltaik spielt dabei allerdings nur eine untergeordnete Rolle

Aktuelle Bürger-Beteiligungen an Solarparks bei Grüne Sachwerte

Quelle: photon, RWE, Grüne Sachwerte

 

Solarrekord im Juli 2013

Solarrekord in Deutschland: Im Juli 2013 wurde in Deutschland so viel Solarstrom produziert wie noch nie zuvor innerhalb eines Monats. Diese erfreuliche Entwicklung wird belegt durch Zahlen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW).

Die Stromerzeugung aus Photovoltaik lag demnach bei rund 5.130 Gigawattstunden (GWh), etwa 43 % mehr als noch im Juli 2012. Insgesamt wurden in 2013 während der ersten sieben Monate mit rund 19.290 GWh fast 13 % mehr Strom aus Solaranlagen erzeugt als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Quelle: Photon

 

Spitzenlaststrom billiger als Grundlaststrom

Ein bisher vor allem an Wochenenden anzutreffendes Phänomen greift nun auch auf die Wochentage über: Am heutigen 15. August 2013 kostet am Spotmarkt EPEXSPOT der Strom für den Lieferraum Deutschland und Österreich zur Spitzenlastzeit (9 bis 20 Uhr) nur 3,176 Cent pro Kilowattstunde. Dies ist niedriger als der Preis, den Großabnehmer am heutigen Tag für Grundlaststrom (3,277 Cent) bezahlen müssen.

Ermöglicht wird diese Entwicklung durch die zunehmende Erzeugung von Solarstrom. Morgens um 8 Uhr sowie abends zwischen 20 und 21 Uhr liegt der Strompreis mit 4,590 und 4,711 bzw. 4,702 Cent pro kWh noch höher. Um die Mittagszeit, zur Spitzenzeit der Solarstromproduktion, sinkt der Strompreis dann bei einem Minimum von 2,456 Cent unter das Niveau der Nacht.

Bürgerbeteiligung an aktuellen Solarprojekten: aktuelle Solarfonds

Quellen: Photon, epexspot.com