Starkes Windjahr 2015: Rekord bei Anteil der Erneuerbaren am Strommarkt

Rekord bei neu installierten Windkraftanlagen in Deutschland
Rekord bei neu installierten Windkraftanlagen in Deutschland

Das Windjahr 2015 erfreut bislang sowohl Windkraft-Investoren wie auch die Befürworter der Energiewende: Die Stromerzeugung aus Windkraft hat bereits Ende September den Saldo der Winderzeugung aus dem Gesamtjahr 2014 übertroffen: Lag die Bilanz des Vorjahres bei 57,4 Milliarden Kilowattstunden ( Mrd. kWh), so wurden bis Ende September 2015 bereits 59 Mrd. kWh Strom durch Windkraft erzeugt. Dabei ist der auf See erzeugte Anteil von 1,4 Mrd. kWh auf 4,6 Mrd. kWh gestiegen. Das zeigt die aktuelle Auswertung des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). 

Windstrom im November 2015 mehrmals über 30 GWh Spitzenleistung

Zwar war der Oktober 2015 dann ein schwächerer Windmonat, allerdings scheint der November dies nach aktuellem Stand wieder ausgleichen zu können: In den Tagen zwischen 8. und 18. November wurde mehrmals Windstrom mit einer Spitzenleistung von über 30 Gigawattstunden produziert.

 

 

Erneuerbare Energien liefern im ersten Halbjahr 2015 34% des deutschen Stroms

Bereits in den ersten sechs Monaten 2015 wurden aus den erneuerbaren Energiequellen Sonne, Wind, Wasser und Biomasse in Deutschland zusammen rund 94,5 Mrd. Kilowattstunden (kWh) Strom erzeugt. Das sind etwa 12 Mrd. kWh oder 14 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2014. Wichtigste erneuerbare Stromquelle war der Wind, vor der Bioenergie. Der Anteil der regenerativen Energien an der öffentlichen Nettostromerzeugung klettert auf etwa 34 Prozent. Diese Daten hat das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg veröffentlicht. Das Institut greift dazu auf Daten der Strombörse EEX, des statistischen Bundesamtes sowie eigene Berechnungen zurück.

Neue Windpark-Beteiligungen 2015 - aktuelle Angebote bei Grüne Sachwerte

Die durchschnittliche im Jahr 2014 errichtete Windkraftanlage hat eine Leistung von 2.690 kW, einen Rotordurchmesser von 99 m und eine Nabenhöhe von 116 m. Durch die technischen Weiterentwicklungen in der Windenergiebranche sind die Leistungsfähigkeit und die schieren Ausmaße der Windkraftanlagen über die Jahre enorm angestiegen.

Bei der Betrachtung der Anlagenkonfiguration sticht Schleswig-Holstein hervor. Mit einer durchschnittlichen Nabenhöhe von 88 m sind die dort installierten Windkraftanlagen deutlich niedriger als die Anlagen im bundesweiten Durchschnitt.

Windkraftanlagen im Süden mit höheren Nabenhöhen

Insbesondere für Windparks in Süddeutschland bedarf es regelmäßig Nabenhöhen von 140 Metern, um einen langfristig rentablen Betrieb zu ermöglichen. Wichtig zu beachten ist hierbei, dass die dezentrale Verteilung von Windkraftanlagen über das Land und den Kontinent hinweg von entscheidender Bedeutung für das Gelingen der Energiewende ist.

Quelle: Deutsche WindGuard GmbH

 

Statistik Offshore-Windkraft: 529 MW neu in 2014

Die Entwicklung des Offshore-Windenergieausbaus bleibt weiterhin auf niedrigem Niveau, hat jedoch in Deutschland eine prozentual hohe Steigerung erfahren. 2014 speisten in Deutschland 142 Offshore-Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 528,9 MW erstmals ins Netz ein. Auf See sind somit insgesamt 1.049,2 MW am Netz.

Offshore-Windkraft teurer als Windparks im Binnenland

Somit werden im neuen Jahr 2015 wohl erstmals Windkraftanlagen auf der offenen See einen merklichen Anteil an der Ökostromproduktion in Deutschland haben. Die Kosten des Offshore-Windstromes liegen allerdings deutlich über denen von neuen Windparks im Binnenland, die zu den günstigsten Stromproduzenten überhaupt gehören.

Quellen: Deutsche WindGuard, Grüne Sachwerte